Wir befinden uns in einem radikalen Wandel – was steht unserer Arbeitswelt bevor?

Unsere Arbeitswelt und unsere Gesellschaft befinden sich  in einem radikalen Wandel, der alle betrifft. Die Frage ist nur, was kommt genau auf uns zu und wie können wir uns darauf vorbereiten? Dieser Fragestellung geht Dr. Steffi Burkhart in ihrem E-Book „Millennials als Treiber für den Kulturwandel in Organisationen“ nach – und wird als Top-Speakerin auf dem CPOs@BPMO, dem größten Prozessmanagement-Kongress im deutschsprachigen Raum im März 2020 erklären, wie die Zukunft von Unternehmen aussehen wird und welche Konsequenzen das mit sich zieht, um weiterhin bestehen zu können.

 

1. Wir leben in der VUKA-Realität

Das Akronym VUKA steht für die Begriffe Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambivalenz. Die Volatilität der Finanzmärkte schwankt stark und unvorhersehbar. Das hat zur Folge, dass Talente sich von Ländern mit instabilen wirtschaftlichen Verhältnissen abwenden (Beispiel: Griechenland). Dazu kommen Unsicherheiten, die oftmals durch politische Entscheidungen ausgelöst werden (z.B. Brexit, Gelbwestenbewegung). Da es weltweit Finanzmärkte und Unternehmen gibt, entstehen aus globalen Situationen globale Konsequenzen, die immer komplexere Auswirkungen haben. Die Ambivalenz von Ereignissen zeigt sich am Beispiel des Arabischen Frühlings. Die Serie von Protesten und Aufständen kann man einerseits als rein politisch motivierte Bewegung sehen oder andererseits als gewalttätige Unruhen motiviert durch die extremen Nahrungsmittelengpässen, unter denen die dort lebenden Menschen gelitten haben.

VUKA
2. Im Zeitalter der Digitalisierung entsteht Erfolg nur durch Vielfalt und Vernetzung

Dr. Steffi Burkhart erläutert, dass Erfolg in der Digitalisierung nur zustande kommt, wenn Struktur, Mensch und Technologie zusammenarbeiten. Je besser dieses Zusammenspiel erfolgt, desto einfacher wird es Erfolg zu erzielen. Bei einer Umstellung muss die Entwicklung dieser drei Teile zeitgleich und parallel stattfinden und nicht nacheinander, damit die richtigen Wirkungszusammenhänge entstehen, denn das eine funktioniert nicht ohne das andere.

Kultur im Unternehmen

3. Talente sind der Rohstoff der Zukunft

Bis 2030 fehlen laut Dr. Burkhart 8-10 Millionen Arbeitskräfte allein in Deutschland, was ungefähr 20% der benötigten Arbeitskraft entspricht. Das ergibt sich aus wachsenden Unternehmen und sinkenden Geburtenraten. Da Deutschland nicht allein mit diesem Problem kämpfen wird, entsteht ein globaler Wettkampf um neue Talente. Das heißt, Unternehmen müssen nicht nur erfolgreich junge Leute anwerben, sondern diese auch erfolgreich entwickeln, damit sie die Talente halten können.

Dies stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen, denn die Generationen Y (geb 1980 bis 1996) und Z (geb. 1997 bis 2012) haben neue Anforderungen und Wertvorstellungen. So ist laut einer Umfrage von Boston Consulting das Gehalt nur noch das 8. Wichtigste in einem Job. Vor allem Wertschätzung der Arbeit, gute Beziehungen zu Kollegen und die Work-Life-Balance sind wichtig.

Das erfordert eine Umstellung der Unternehmen auf sämtlichen Ebenen. Laut Steffi Burkhart sollten wir statt in Hierachiestufen zu denken und zu arbeiten, Netzwerke intelligent nutzen, um auf den Wandel der Gesellschaft reagieren zu können und die Unternehmen agiler zu gestalten. Denn in Zukunft wird Wachstum nur noch durch mangelnde Arbeitskraft beschränkt.

 

4. Redet mit uns, statt über uns

Die jungen Generationen sind in der Minderheit und deshalb zielt Politik und Wirtschaft auf ältere, altbekannte Generationen ab. Das mag einfacherer sein, aber ist kurzsichtig und einseitig. Noch besteht die Chance die Organisationen zu überdenken, die Megatrends von morgen zu analysieren, zu verstehen und dadurch Wettbewerbsvorteile zu erhalten.

Deshalb plädiert die Human Capital Evangelistin auch für eine Jugendquote in Politik und Wirtschaft bis in die Spitzenpositionen hinein, um den nötigen Wandel und vor allem das Verständnis dieses Wandels voranzutreiben und zukunftsorientierter zu handeln.

 

5. Künstliche Intelligenz + Menschliche Intelligenz = Erfolg in der Zukunft

Künstliche Intelligenz (KI) bietet auf der einen Seite enorme Potentiale, aber bringt bei vielen Menschen eine Angst mit, den Job zu verlieren und ersetzt zu werden. Teilweise stimmt das auch. KI kann und wird zahlreiche Jobs ersetzen. LKW-Fahrer oder Telefonvertriebler sollten sich daher womöglich umorientieren. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung werden bis 2025 etwa 430.000 neue Arbeitsplätze entstehen – vor allem in den Bereichen IT, Naturwissenschaft, Unternehmensberatung, Lehre und Design – aber auch 490.000 Jobs wegfallen. Da sich aber ein weltweiter Mangel an Arbeitskräften bildet, ist diese Entwicklung nicht so schlimm wie befürchtet.

Insgesamt könnte durch KI die Qualität des Arbeitens ansteigen. Einfache repetitive Aufgaben werden dem Computer überlassen, das Kreative und Menschliche rückt dadurch in den Vordergrund – und natürlich die IT, die diese digitalen Technologien weiterentwickelt und kontrolliert. Durch die digitale Technologien können 20% der Routinearbeiten wegfallen.

Erste Studien zeigen außerdem, dass der Einsatz von KI am Arbeitsplatz:

  1. die Mitarbeiterzufriedenheit deutlich steigert,
  2. die Produktivität und das Wachstum des Unternehmens ansteigt
  3. die Millennials, die diese Technologie einsetzen, bessere Ergebnisse erzielen als ältere Generationen.

 

6. Weiterbildung in Unternehmen: zu veraltet, zu träge, zu langweilig  

Mit der Möglichkeit sämtliches Wissen und Informationen mit nur einem Klick zur Verfügung zu haben, ändert sich die Art und Weise, wie wir lernen. Unsere Aufmerksamkeitsspanne ist gering und wir nehmen viele Dinge gleichzeitig wahr anstatt uns auf eine einzige Sache voll und ganz zu konzentrieren.

Für Unternehmen bedeutet das, dass individuelle und immer von überall verfügbare Lernplattformen (Stichwort: on demand) den Mitarbeitern zugänglich gemacht werden sollten. Dadurch können diese sich persönlich entfalten und „in kleineren Happen“ lernen anstatt in mehrtägigen Seminaren zu sitzen. Hinzu kommt, dass nicht mehr der Status oder der Titel den beruflichen Erfolg bestimmt, sondern viel mehr die permanente und persönliche Weiterentwicklung. Das führt für Unternehmen zu großen Mehrwerten, da die Stärken der Mitarbeiter deutlich besser ausgebildet werden und die Zufriedenheit enorm steigt.

Um eine Kultur des Lernens in Unternehmen zu etablieren, ist eine kontinuierliche Weiterbildung und -entwicklung aller notwendig – und das sollte nicht nur Aufgabe der Personalabteilung sein.

 

Wir von der BPM&O finden diese Thesen sehr spannend und freuen uns auf den Vortrag von Dr. Steffi Burkhart beim CPOs@BPM&O am 26.-27. März 2020 und gemeinsam mit Ihnen zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen. Es gibt natürlich noch weitere spannende Vorträge, Workshops, Networking, zahlreiche Aussteller und vieles mehr auf unserem Prozessmanagement Kongress.

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